Digitale Teilhabe 65 plus

Beobachtungen, Gedanken, Fragen und Tipps
zur Überwindung der Alterslücke bei der Nutzung von digitalen Medien

Portrait: Herbert Kubicek
Prof. Dr. Herbert Kubicek
Jahrgang 1946
Über mich
12.01.2023

Altersgerechte Assistenzsysteme einmal anders dargestellt

Digitale Teilhabe im Alter ist mehr WhatsApp und Google

Kommunikation mit anderen und Information über aktuelles und Interessantes sind wichtige Bestandteile sozialer Teilhabe und mit dem Internet geht das auch, wenn man im Alter nicht mehr viele persönliche Kontakte hat oder nicht mehr so mobile wie früher Daher bilden diese beiden Themen überwiegend den Schwerpunkt von Interneterfahrungsorten und ähnlichen Angeboten zur Förderung digitaler Kompetenzen von Seniorinnen und Senioren. Auch andere Anwendungen wie Online-Einkaufen oder Online-Banking werden dort gezeigt, die einen längeren Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Doch es gibt mehr digitale Unterstützung für dieses Ziel digitale Teilhabe über Information, Kommunikation und Transaktionen im Internet mit Smartphone oder Tablet hinaus.

Altersgerechte Assistenzsysteme (AAS) und Smart Home)

Unter dem Sammelbegriff AAL (für Ambient Assisted Living) werden schon lange digitale technische Assistenzsysteme entwickelt, die unaufdringlich, teilweise automatisch und aktiv in die häusliche Umgebung eingebettet sind und für Sicherheit, Ersparnis von Wegen ermöglichen, Informationen zum Gesundheitszustand erfassen u.a.m. erfassen Manche dieser Systeme werden auch unter dem Begriff Smart Home ( = intelligentes Wohnumgebung). In der Fachliteratur wird diesen Systemen überwiegend ein großer Nutzen für ein selbständiges Leben im Alter zugesprochen. Doch die tatsächliche Nutzung bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Die Kommission für den Achten Altersbericht behandelt differenziert Systeme in sechs Handlungsfeldern:

  • Wohnen: Sicher und selbstbestimmt leben durch Notrufsysteme, Smart Home- Anwendungen zur Steuerung von Licht, Tür- und Fensteröffnungen, Kameras und anderen elektrischen Geräten, einfache Haushaltsroboter wie autonome Staubsauger oder Assistenzroboter im Haushalt.
  • Mobilität: Selbständigkeit erhalten mit Hilfe von Tracking und Navigation, Bewegungs- training und assistierten Mobilitätshilfen.
  • Soziale Integration: Miteinander – aber anders, nämlich durch digitale Kommunikationsmedien, soziale Netzwerke, auch gegen Einsamkeit.
  • Gesundheit: Neue Wege der Versorgung, durch E-Health-Angebote wie Fitness- Armbänder oder Serious Games (digitale Lernspiele), digitale Informationssysteme für Patientinnen oder Patienten oder virtuelle Arztbesuche, die den Zugang zu medizinischer Versorgung erleichtern können oder Monitoring-Apps für die Überwachung chronisch erkrankter Personen.
  • Pflege: Unterstützen, nicht ersetzen durch Telemedizin, Apps zur Präventions- und Rehabilitationsunterstützung, robotische Pflegeassistenten und Systeme für die häusliche Pflege.
  • Sozialraum: Verbinden und vernetzen insbesondere durch Quartiers- und Nachbarschaftsplattformen und vergleichbare Zugänge zu verschiedenen Dienstleistungen im ländlichen Raum.
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